Ein Strafverfahren wegen der Beschäftigung scheinselbstständiger Personen im Baugewerbe stellt für viele Unternehmen eine erhebliche Belastung dar. Häufig beginnt es mit einer Prüfung durch den Zoll oder die Deutsche Rentenversicherung, manchmal auch mit einer unangekündigten Kontrolle auf der Baustelle. Was zunächst wie eine sozialversicherungsrechtliche Frage wirkt, entwickelt sich schnell zu einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren. Für Geschäftsführer, Bauleiter und andere Verantwortliche geht es dann nicht nur um Nachzahlungen, sondern um persönliche strafrechtliche Risiken und die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens.
Gerade in dieser frühen Phase ist es entscheidend, besonnen zu handeln und eine klare Verteidigungsstrategie zu verfolgen. Rechtsanwalt Andreas Junge ist bundesweit als Strafverteidiger tätig. Als Fachanwalt für Strafrecht und zertifizierter Berater für Steuerstrafrecht verfügt er über umfangreiche Erfahrung in Verfahren an der Schnittstelle von Strafrecht, Sozialversicherung und Wirtschaft. Sein Ansatz ist darauf ausgerichtet, Vorwürfe frühzeitig einzuordnen, Verfahren zu strukturieren und Eskalationen zu vermeiden.
Wie der Vorwurf der Scheinselbstständigkeit im Baugewerbe entsteht
Im Baugewerbe ist der Einsatz von Subunternehmern und selbständigen Einzelunternehmern alltäglich. Genau darin liegt jedoch das Risiko. Entscheidend ist nicht, wie ein Vertragsverhältnis bezeichnet wird, sondern wie die Zusammenarbeit tatsächlich gelebt wird. Wenn Personen dauerhaft auf denselben Baustellen eingesetzt werden, festen Arbeitszeiten folgen, Weisungen erhalten und in die betriebliche Organisation eingebunden sind, sehen Ermittlungsbehörden darin häufig eine abhängige Beschäftigung.
Wird eine solche Konstellation angenommen, steht schnell der Vorwurf im Raum, Sozialversicherungsbeiträge und Steuern seien bewusst nicht abgeführt worden. Damit rückt das Verfahren aus dem Verwaltungsrecht in den Bereich des Strafrechts, mit entsprechend ernsten Konsequenzen.
Typische Konstellationen, die Ermittlungen auslösen
Besonders häufig geraten Bauunternehmen ins Visier, wenn sogenannte Subunternehmer faktisch wie eigene Mitarbeiter arbeiten. Das ist etwa der Fall, wenn sie ausschließlich für einen Auftraggeber tätig sind, dessen Material und Werkzeuge nutzen und ihre Arbeit über dessen Bauleiter organisiert wird. Auch Abrechnungsmodelle, die sich an Stunden oder Schichten orientieren, werden von Ermittlern kritisch betrachtet, weil sie eher an ein Arbeitsverhältnis als an echte Selbstständigkeit erinnern.
Hinzu kommen komplexe Nachunternehmerketten, bei denen Verantwortlichkeiten schwer nachvollziehbar sind. Gerade auf größeren Baustellen führt dies dazu, dass Behörden genau prüfen, wer tatsächlich das Weisungsrecht ausübt und wer das wirtschaftliche Risiko trägt. In solchen Fällen entstehen schnell umfangreiche Ermittlungsakten, die den Betrieb erheblich belasten.
Die möglichen Folgen eines Strafverfahrens sind erheblich
Ein Verfahren wegen Scheinselbstständigkeit im Baugewerbe bleibt selten folgenlos. Strafrechtlich drohen Geldstrafen und in schweren Fällen auch Freiheitsstrafen für die Verantwortlichen. Parallel werden regelmäßig hohe Nachforderungen von Sozialversicherungsbeiträgen geltend gemacht, oft über mehrere Jahre rückwirkend und zuzüglich Säumniszuschlägen. Auch steuerliche Nachberechnungen spielen eine Rolle, insbesondere bei Lohnsteuer und Umsatzsteuer.
Hinzu kommen Durchsuchungen von Geschäftsräumen und Baustellen, die Sicherstellung von Unterlagen und digitalen Daten sowie erhebliche Reputationsschäden. Gerade laufende Bauprojekte können dadurch ins Stocken geraten, was die wirtschaftliche Situation weiter verschärft.
Warum eine frühe und strukturierte Verteidigung entscheidend ist
In solchen Verfahren entscheidet sich vieles in den ersten Wochen. Unüberlegte Aussagen gegenüber Ermittlern oder unkoordinierte Herausgabe von Unterlagen können den Verdacht unnötig erhärten. Eine professionelle Verteidigung sorgt zunächst für Übersicht, verschafft Akteneinsicht und analysiert die tatsächlichen Arbeitsabläufe.
Zentral ist dabei die Frage, wie die Zusammenarbeit auf der Baustelle konkret organisiert war. Oft zeigt sich, dass die Realität differenzierter ist, als es Ermittlungsberichte vermuten lassen. Ebenso wichtig ist die genaue Prüfung der Berechnungen, mit denen angeblich vorenthaltene Beiträge ermittelt werden. In der Praxis sind diese Berechnungen häufig angreifbar und bieten Ansatzpunkte, um den wirtschaftlichen Schaden deutlich zu begrenzen.
Nicht selten besteht auch die Möglichkeit, das Verfahren ohne öffentliche Hauptverhandlung zu beenden, etwa wenn der Vorsatz nicht sicher nachweisbar ist oder rechtliche Zweifel an der Einordnung bestehen. Eine zielgerichtete Verteidigung arbeitet genau auf diese Optionen hin.
Die besondere Kompetenz von Rechtsanwalt Andreas Junge
Strafverfahren wegen Scheinselbstständigkeit im Baugewerbe erfordern Erfahrung und ein tiefes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Rechtsanwalt Andreas Junge bringt diese Qualifikation mit. Als Fachanwalt für Strafrecht kennt er die Abläufe von Ermittlungsbehörden und Gerichten. Seine zusätzliche Qualifikation als zertifizierter Berater für Steuerstrafrecht ermöglicht es ihm, komplexe Beitrags- und Abrechnungsfragen präzise zu analysieren und rechtlich einzuordnen.
Er ist bundesweit tätig und bekannt für eine sachliche, strukturierte und lösungsorientierte Verteidigung. Ziel seiner Arbeit ist es, Verfahren frühzeitig zu ordnen, Risiken zu begrenzen und, wenn es rechtlich möglich ist, eine Einstellung zu erreichen.
Ein klarer Kurs schützt Unternehmen und Verantwortliche
Ein Strafverfahren wegen Scheinselbstständigkeit im Baugewerbe ist für jedes Unternehmen ein erheblicher Einschnitt. Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass viele Vorwürfe nicht so eindeutig sind, wie sie zunächst erscheinen. Wer frühzeitig professionell handelt und sich kompetent verteidigen lässt, kann die Richtung des Verfahrens beeinflussen und langfristige Schäden vermeiden.
Gerade in einer Branche wie dem Baugewerbe, in der Flexibilität und Zeitdruck den Alltag prägen, ist eine klare rechtliche Strategie der entscheidende Faktor, um handlungsfähig zu bleiben und die eigene Existenz zu sichern.
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